Willkommen auf unserer Webseite!

Die Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft beschäftigt sich mit der Pflege und Verbreitung des künstlerischen Werkes von Dmitri Schostakowitsch.

Hier finden Sie Informationen über den Komponisten und seine Musik, sowie über die Gesellschaft und ihre Aktivitäten, und Sie können auch Ihre Fragen stellen und Meinungen äußern. Bei uns finden Sie Musikspezialisten und viele Freunde, die die Zuneigung zu Schostakowitsch und seiner Musikwelt zusammengeführt hat. 

  • Wenn Sie auch Schostakowitsch und seine Musik lieben, werden Sie Mitglied! Wir freuen uns auf Sie! Sprechen Sie uns an: Info@Schostakowitsch.de



News 


Schostakowitsch und die polnische Moderne

Die Vorbereitungen für die IX. Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch, die vom 22. bis 24. Juni 2018 im Kurort Gohrisch stattfinden werden, sind in vollem Gange. Das Programm des Festivals wird diesmal unter dem Motto „Schostakowitsch und die polnische Moderne“ stehen. Namhafte polnische Komponisten wie Krzysztof Penderecki und Krzysztof Meyer haben ihr Kommen angekündigt. Das Programm hält mehrere Erst- und Uraufführungen bereit, darunter auch wieder neu entdecktes von Dmitri Schostakowitsch. Am Vorabend des Festivals (am 21. Juni 2018) findet in der Dresdner Semperoper erneut ein Schostakowitsch-Sonderkonzert der Staatskapelle Dresden statt, diesmal unter der Leitung von Yuri Temirkanov. Auf dem Programm stehen die Festliche Ouvertüre op. 96, das Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester op. 35 (Solisten: Denis Matsuev und Helmut Fuchs), sowie die Symphonie Nr. 5 in d-Moll, op 47. Der Vorverkauf hat begonnen, bis zum 31. Januar gibt es Festivalpässe zum reduzierten Vorverkaufspreis.


Trauer um Friedbert Streller

Die Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft e.V. trauert um sein langjähriges Mitglied Friedbert Streller. Der Musikwissenschaftler, Komponist und langjähriger Musikkritiker der Sächsischen Zeitung ist am 24. Dezember 2017 wenige Tage nach seinem 86. Geburtstag nach längerer Krankheit in Dresden gestorben.

Friedbert Streller. Foto: Egbert Baars

Der am 21. Dezember 1931 in Hohburg (Sachsen) Geborene studierte 1950 bis 1956 an der Universität Leipzig Musikerziehung, Musikwissenschaft und Komposition bei Fred Lohse. Danach arbeitete er als Dozent für Musiktheorie und Musikgeschichte zunächst an der Musikfachgrundschule Magdeburg und dem Pädagogischen Institut Halle, ehe er von 1963 bis 1993 an der Dresdner Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ wirkte. Schon früh trat Friedbert Streller auch als Komponist in Erscheinung – die erste Uraufführung eines Streller-Werkes fand bereits 1959 statt. In seinem umfangreichen Oeuvre finden sich auch sechs Symphonien – die erste, im Jahr 2004 entstanden – widmete er Dmitri Schostakowitsch. Im Frühjahr 2016 wurde Strellers letztes Werk, das Doppelkonzert für Violine, Viola und Streicher durch das Dresdner Kammerorchester uraufgeführt.

Dem Leben und Werk Dmitri Schostakowitsch war Friedrich Streller zeitlebens eng verbunden. 2005 wurde er Mitglied der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft. Seither wirkte er an sämtlichen Musikwissenschaftlichen Symposien unserer Gesellschaft mit. An unserem 18. Symposium am 15. und  16. September 2017 konnte Streller krankheitsbedingt nicht mehr teilnehmen, sein von ihm hierfür vorgesehenes  Referat wurde jedoch vorgetragen. Auch bei den Schostakowitsch Tagen in Gohrisch zählte Streller zu den Stammgästen.

Friedbert Streller war als ebenso engagierter wie kenntnisreicher Schostakowitsch-Experte geachtet. In seinen Beiträgen für unsere Symposien vermittelte er eine Vielzahl neuer Perspektiven und Erkenntnisse über das Werk Schostakowitschs und dessen Rezeption im Wechsel der Zeiten.

Wir werden Friedbert Streller ein ehrendes Andenken bewahren.  


Happy Birthday, Oktoberrevolution! 

Schostakowitsch bei seiner USA-Reise im Jahr 1949. Foto: NZZ

Konnte ein sowjetischer Komponist das Jubiläum der glorreichen sowjetischen Oktoberrevolution ausgerechnet mit dem läppischen Allerweltsliedchen des kapitalistischen Klassenfeindes feiern? Na klar – zumindest, wenn er das musikalische Format, die satirische Spottlust und den persönlichen Mut eines Dmitri Schostakowitsch hatte. Der Schweizer Musikwissenschaftler Jakob Knaus hat sich auf die Suche nach dem Subtext in der Musik des großen Russen gemacht und dabei – auch für Schostakowitsch-Kenner – so manche Überraschung ans Licht gefördert. Das sorgsam in den avantgardistischen Klangteppich seiner zweiten Symphonie („An den Oktober“) eingewobene „Happy Birthday“-Zitat ist nur ein Beispiel von vielen dafür, wie es Schostakowitsch im Bemühen, seine persönliche Integrität und Selbstachtung zu wahren, immer wieder gelang, der kulturbolschewistischen Repression eine Nase zu drehen. 

Lesen Sie den Bericht von Jakob Knaus in der Neuen Zürcher Zeitung


„Schostakowitsch und die Zweite Avantgarde“

„Schostakowitsch und die Zweite Avantgarde“ war das Thema des 18. Musikwissenschaftlichen Symposiums der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft, das am 15. und 16. September 2017 in den Räumen der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Berlin stattfand. Die zahlreich erschienenen Gäste erlebten erneut zwei intensive Tagungstage, vollgespickt mit hochinteressanten Referaten zahlreicher Musikwissenschaftler und Schostakowitsch-Experten aus dem In- und Ausland. Zu der überaus angenehmen Atmosphäre, die von vielen Symposiumsteilnehmern hervorgehoben wurde, trug sicherlich auch das renommierte Lutosławski Quartett mit seinem Kammerkonzert am Freitagabend bei. Dabei gelangten das Streichquartett Nr. 10 von Schostakowitsch, das Streichquartett von Lutosławski und das Streichquartett „Au dejà d'une absence“ von Krzysztof Meyer zur Aufführung.

Lesen Sie den Symposiumsbericht von Jakob Knaus 


Das Lutosławski Quartett und Krzysztof Meyer. Foto: Egbert Baars

 

Von beklemmender Aktualität

Endlich, ein Jahr nach dem englischen Original, ist Julian Barnes großartiger Schostakowitsch-Roman „Der Lärm der Zeit“ auf Deutsch erschienen. Der britische Erfolgsautor, der im vergangenen Jahr für sein Lebenswerk mit dem begehrten Siegfried-Lenz-Preis ausgezeichnet wurde, setzt sich in seinem neuen Werk ebenso kenntnisreich wie einfühlsam mit dem Leben des großen russischen Komponisten auseinander. 

Die Fragen, die er dabei aufwirft, sind - wie immer, wenn es um Schostakowitsch geht -  existenziell: Wie steht es um moralische Integrität, um persönlichen Mut und menschliche Aufrichtigkeit, um künstlerische Wahrhaftigkeit in einer von staatlicher Repression und um sich greifender Niedertracht vergifteten Wirklichkeit? Tiefdunkle, längst überwundene, gleichsam abgehakte Vergangenheit? Mitnichten! In einer Zeit, in der einmal mehr viele Künstler, Intellektuelle, Journalisten, Andersdenkende von egomanischen Autokraten und nach Macht gierenden Populisten mit beängstigender Aggressivität als „Feinde des Volkes“ denunziert werden, ist Barnes biografischer Künstlerroman von geradezu beklemmender Aktualität. 

Eine ausführliche Besprechung des bemerkenswerten Buches finden Sie hier:

Der Verlag Kiepenheuer & Witsch hat eine Leseprobe ins Netz gestellt:


Das deutschsprachige Feuilleton hat sich bereits ausführlich mit der Neuerscheinung beschäftigt. Eine kleine Auswahl der wichtigsten Beiträge:

Rezension von Martin Halter in der Badischen Zeitung

Rezension von Thomas Steinfeld in der Süddeutschen Zeitung

Rezension von Werner Theurich auf Spiegel Online

Rezension von Marco Frei in der Neuen Zürcher Zeitung

Rezension von Michael Maar auf Zeit online

Interview mit Julian Barnes auf Welt.de

Rezension von Beat Mazenauer auf Literaturkritik.de

Rezension von Wolfgang Schneider in Der Tagesspiegel

Rezension von Martin Oehlen in der Frankfurter Rundschau


Richard Wherlock inszeniert „Tod in Venedig“

Als Glücksfall bezeichnete die Neue Zürcher Zeitung Richard Wherlocks Ballett „Snow White“ mit Musik von Dmitri Schostakowitsch, das in der Saison 2013/14 im Theater Basel  für Furore sorgte. Dass der britische Tänzer und Choreograf, der die Basler Companie seit 2001 leitet, eine besondere Affinität zur Musik des großen Russen hat, zeigt sich auch an einer neuen Choreografie, die er mit seinem Ensemble für die neue Saison vorbereitet: Für „Tod in Venedig“ nach der Künstlernovelle von Thomas Mann hat Wherlock erneut Musik von Schostakowitsch ausgewählt. Dessen Musik reflektiere farbenreich die Vielfalt der Emotionen, die der Protagonist während seiner Reise nach Venedig erlebt, heißt es in der Ankündigung des Theaters Basel.  Das vielfältige kompositorische Werk Schostakowitschs spiegle außerdem auf ganz besondere Weise das 20. Jahrhundert wider und lasse Zeitgeist und Atmosphäre greifbar und fühlbar werden. Dmitri Schostakowitschs Musik gleiche in ihrer breit gefächerten Erscheinung einer Lebenserzählung, einem Lebensdrama aus einer inneren Welt und sei zugleich tänzerisch figurativ und bildhaft plastisch. Premiere ist 13. April 2018. Man darf gespannt sein.

Um die Wartezeit ein wenig zu verkürzen hier ein Trailer der Basler Snow-White-Inszenierung aus der Spielzeit 2013/14. Quelle: Schweizer Kulturfernsehen arttv.ch:




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Termine 


21. bis 24. Juni 2018

IX. Internationale Schostakowitsch Tage Gohrisch


22. September 2018

Mitgliederversammlung

HMKW, Acker Straße 76, Berlin 


Aufführungen von Werken Dmitri Schostakowitschs

Eine ausführliche und ständig aktualisierte Terminliste von Aufführungen der Werke Dmitri Schostakowitschs finden Sie beim Musikverlag Sikorski   




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