Hochkonzentriert: Teilnehmer beim Musikwissenschaftlichen Symposium 2017. Foto: Egbert Baars


Intensiver als allgemein bekannt

Die zweitägige Veranstaltung in der Berliner Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft brachte eine attraktive Folge von Beiträgen zu dem zur Zeit nicht gerade im Vordergrund des Interesses stehenden Thema; es schloss aber unmittelbar an das letzte Symposium von 2015 an, welches der Avantgarde der 20er Jahre gewidmet war. Der Vorsitzende der Gesellschaft, Krzysztof Meyer, steckte im Eröffnungsvortrag den Bereich der "zweiten Avantgarde im Schatten der Politik" ab und legte damit die Basis für zielgerichtete Beiträge zu 12-tönigen, atonalen und seriellen Einschüben im Werk von Schostakowitsch, die mit Ton- und Notenpräsentationen vorbildlich dokumentiert wurden (Olga Dombrovskaja, Levon Hakobian und Johannes Schild). Mehrere Referate beschäftigten sich mit offiziellen und offiziösen Texten (Wolfgang Mende, Bernd Feuchtner, Brigitte Kruse). Direkte Bezüge zu Luciano Berio, Wolfgang Rihm oder zur sowjetischen Avantgarde der 60er Jahre (zu Edisson Denissow, Alfred Schnittke, Sofia Gubaidulina) wurden durch Albrecht Riethmüller, Friedbert Streller, Elizabeth Wilson, Levon Hakobian und Manuel Gervink hergestellt, während sich Adelina Yefimenko der Oper "Lady Macbeth von Mzensk" und der verdeckten Autoren-Aussage widmete. Zum Abschluss referierte Elisabeth von Leliwa über die Rezeption zeitgenössischer Musik nach 1945 im Konzertleben Deutschlands. Vorbildlich moderiert vom Gastgeber der Hochschule, Prof. Dr. Ronald Freytag, ergab sich eine angenehme Konferenz-Atmosphäre. Klar wurde dabei, dass die Beschäftigung Schostakowitschs mit der zweiten Avantgarde intensiver war als allgemein bekannt und im Spätwerk unverdeckt hör- und sichtbar wird. 

Jakob Knaus


Hochkonzentriert: Die Teilnehmer beim Musikwissenschaftlichen Symposium 2017. Foto: Egbert Baars


Weitere Fotos von unserem Symposium 2017 finden Sie auf der Schostakowitsch-Seite von Henny van de Groep und Egbert Baars:


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